“Kein Philosoph würde ein dickes Buch schreiben, wenn er im Vornherein wüsste, auf welche Weise er später zitiert werden wird.”
“Dem 'ersten Mal' all jener Dinge, die ihm mit ziemlicher Gewissheit im Leben noch bevorstanden, blickte er ohne Aufregung entgegen. Als er zehn Jahre alt wurde, hatte er im Fernsehen, in Magazinen und im Internet die wesentlichen Zutaten des menschlichen Lebens bereits gesehen und auf ihre Beschaffenheit geprüft.”
“Der Pragmatismus ersetzt uns alles, was früher die großen Ideen, die Ideologien und Religionen, der Glaube an Friede, Menschenrechte und Demokratie zu bieten hatten. Der Pragmatismus hält uns davon ab, zu Verbrechern zu werden, oder er macht uns zu solchen, wenn es nötig ist. Er legitimiert das Bestehen von Rechtssystem, Familie und Arbeit, er lässt uns nett sein und empfiehlt, sich ein angenehmes Äußeres zu erwerben. Nachdem wir uns aller Zwänge nach und nach erledigt haben, sorgt ein einziger Betreuer für uns: Pragmatismus.”
“Niemand weiß, wie oft er im Jahr, in der Woche oder gar in der Stunde Zeuge von Vorgängen wird, die eine Vorbereitung, ein Nachspiel oder einen kleinen Ausschnitt eines Ereignisses darstellen, das schrecklich, vielleicht sogar tödlich enden mag, dessen Einzelteile aber für sich genommen nicht das Geringste zu sagen haben. Unsere Unfähigkeit, solche Fragmente zu deuten, schützt uns vor der Schuld.”
“[D]er wahre Träger von Grausamkeit im Menschen [ist] die Unschuld.”
“[...] stand die Mutter noch immer vor dem Leben wie ein Kind vor den Terrarien im Zoo, an denen kleine Messingschilder mit lateinischen Namen auf Tiere hinwiesen, die man, Augen und Nase dicht am Glas, niemals zu sehen bekam. [...] Die Mutter schaute und wartete, fest überzeugt, dass sich früher oder später etwas regen würde. Ada hingegen hatte sich beim Anblick der verlassenen Behälter sofort abgewandt, die Achseln gezuckt und wusste seitdem nur zu berichten, dass Leere regiere.”
“Wenn von zwei ausschließlichen Varianten eine die Katastrophe, die andere das Warten auf die Katastrophe bereithält, so räumt das Abwarten doch wenigstens dem Zufall eine winzige Chance ein. ”